Un plus une – eine Liebesgeschichte mit indischem Flair

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Der weltberühmte Filmmusiker Antoine (Jean Dujardin) fliegt nach Indien, um gemeinsam mit einem indischen Regisseur an einer neuen Version von «Romeo und Julia» zu arbeiten. Zu seinen Ehren wird in der französischen Botschaft von Mumbai eine Party veranstaltet, wo er auf die Ehefrau des Botschafters trifft. Anna (Elsa Zylberstein) ist eine naive, aber auch spirituelle Figur, die davon berichtet, dass sie eine Pilgerreise durch Indien machen möchte. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten entscheidet sich Antoine, Anna zu folgen. Claude Lelouch findet mit Un plus Une wieder zu seiner Bestform zurück und präsentiert einen raffinierten Film.

Der Film ist fantastisch gemacht und kommt ohne grosse Klisches aus.

Wunderbar unterhaltend!  Trailer

Amma/Mata Amritanandamayi

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Mitte 2011 entschied ich mich nach Indien zu reisen. Am 05.01.2012 war es dann so weit. Ich hatte mich vor meiner Reise über den Ashram in Kerala informiert, und wollte selber Erleben was es mit dem Mythos Amma auf sich hat. Vor allem, fand ich, war es ein guter Ort um sich in Indien anzu klimatisieren. Kerala war als Ausgangspunkt meiner Reise ideal. Von anfangs Januar 2012 lebte ich für 2 Monate in Ammas Ashram. Essen und schlafen für wenig Geld. Dafür machte ich mein tägliches SEVA. Meine SEVA war einmal bei der Kompostieranlage, ein andermal betreute ich alte Menschen, putzte Wohnungen, half in der Küche und so weiter und so fort.

Was für mich eine schöne Erfahrung war, ich bekam von Amma mein Mantra, mein Satsang oder durfte Amma den Prasad reichen. Prasad oder Prasadam nennt man im Hinduismus vor allem die Opferspeisen im Tempel oder im häuslichen Bereich.

Jahrzehntelang schien Amma unantastbar. Doch nun verliert ihr Heiligenschein an Glanz. Ein Buch kratzt nun am Mythos der sanften und gütigen Guru-Frau und führt die Leser hinter die Kulissen des riesigen spirituellen Imperiums von Mata Amritanandamayi.

Jetzt bin ich sehr verunsichert, denn die Autorin war eine von ihnen, sogar eine Kultfigur. Die Australierin Gail Tredwell alias Gayatri war rund 20 Jahre lang an der Seite von Amma, also die intimste Kennerin der spirituellen Meisterin.

India Gate und Rückkehr in die Heimat

Mit diesem Bericht verabschieden wir uns vorerst von diesem Blog. Heute morgen besteigen wir um 6.22h den Zug in Haridwar um diesen nach 5 Stunden in Delhi wieder zu verlassen. Den Nachmittag nutzen wir indem uns ein  Guide mit der Auto-Rickshaw zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Delhis führt. Unsere Gedanken hängen den Erlebnissen der letzten Wochen und Monaten nach. Nebst Freude unsere Familien und Freunde in die Arme zu schliessen mischt sich auch Wehmut.  Für Indien gibt es keine Worte, man darf es erleben. Vielen Dank für  eure Beiträge und, dass ihr auch mit uns unterwegs wart. Morgen besteigen wir um 7.40h das Flugzeug und betreten um 18.40h wieder heimatlichen Boden.

Hari Om!

Hier noch ein paar Details zum India Gate (offiziell „All India War Memorial“) ist ein Triumphbogen in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Der 42 Meter hohe Bogen wurde 1921 von Edwin Lutyens nach dem Vorbild des Arc de Triomphe in Paris entworfen. Das Monument erinnert an die Soldaten aus Britisch-Indien, die im Ersten Weltkrieg für das Britische Empire ihr Leben ließen. Eingraviert sind die Namen von 90.000 indischen und britischen Kriegstoten des Ersten Weltkriegs, außerdem die Namen von 3.000 Soldaten, die an der Nordwestgrenze und 1919 im Krieg in Afghanistan starben. Auch die Toten im Bangladesch-Krieg im Jahre 1971 werden durch das Denkmal unter dem India Gate geehrt.

Ausflüge in das Reich der Tempel

Vedanta, der einzige Mönch hier begleitet uns heute nach Haridwar und besucht mit uns ein paar heilige Orte. Dazu gehört wiederum ein Bad im Ganges, diesmal jedoch an einem Platz wo es noch ca. 1000 andere Inder und Inderinnen hat.  Er gibt uns auch dieses Mal wieder strikte Anweisung, wie dieses Bad vor sich gehen soll. Wiederum sind wir sehr berührt von der ganzen Zeremonie. Das nachträglich Umziehen von uns zwei Frauen in der „Umziehalle“ gäbe wohl auch wieder eine Geschichte…welche den Rahmen jedoch sprengen würde.

Alle 12 Jahre findet in Haridwar an den Ufern des für Hindus heiligen Flusses Ganges ein großes religiöses Fest, die Kumbh Mela statt. Die Städte Haridwar, Allahabad, Nashik und Ujjain veranstalten die Kumbh Mela alle drei Jahre im Wechsel, also jeweils im Zwölfjahresrhythmus. Die letzte Kumbh Mela in Haridwar fand im März/April 2010 wurde von 40 Millionen Menschen besucht, davon versammelten sich allein zehn Millionen am Haupttag zum Bad im Ganges. Oberhalb Haridwars erhebt sich der Siwalik-Hügel mit dem Tempel der Manasa Devi, zu dem eine Gondelbahn führt. Auf dem Leel Parbat Hügel auf der gegenüberliegenden Flussseite ist der Tempel der Chandi Devi.

Nach dem Bad führt uns Vedanta in ein Indisches Restaurant und bestellt für uns alle. So wie ich die Lage einschätze gibt es sowieso nur dieses eine Menü.  Zumindest assen alle anderen Gäste das gleiche wie wir. Als das Essen serviert wird, staunen wir nicht schlecht, denn das „Mues“ liegt nicht im Teller sondern auf einem grossen grünen Blatt. Zu diesem Zeitpunkt weiss ich nicht, ob ich das essen kann. Vedanta lacht auf den Stockzähnen und ermuntert  mich reinzuhauen. Etwas überrascht nehmen wir zur Kenntnis, dass es uns allen ausgezeichnet schmeckt, vorallem das in Öl aufgebackene runde Weizenbrot. Als wir dann noch die Hände waschen dürfen, strahlen wir alle wie Maienkäfer. Nun geht es mit der Gondelbahn hoch zum Tempel Manasa Devi. Zuvor kaufen wir Opfergaben welche wir den Gottheiten im Tempel opfern wollen. Es herrscht ein grosses Gedränge, denn alle wollen ein Blick in die Augen von Manasa Devi werfen. Als wir an der Reihe sind, spricht Vedanta für jeden von uns ein Mantra während dessen wir in die Augen der Göttin schauen. Anschliessend gehen wir zur Yoga-Halle wo früher Hunderte von bekannten Yogis meditiert haben sollen. Wir tun dasselbe und lassen alle Eindrücke und Düfte  hinter uns.

Zu viert und diesmal ohne Guide machen wir uns auf den Weg nach Dehradun, Hauptort von Uttharakand. Mit im Gepäck ein Zettel mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Der Besuch von great Stupa einem tibetischen Kloster macht diesen Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis. In der grossen Halle befinden sich ca. 100  junge Mönche (16 bis 25) sitzend in 6 Reihen. Die vorderen Reihen schlagen im Takt die tibetische Trommel. Dazu blasen zwei Mönche das Randong (Tibetisches Alphorn). Die Vibrationen dieser Töne geht durch Mark und Bein. Gesättigt von all den Eindrücken kehren wir noch beim Sweet-Shop ein und kaufen ein paar Süssigkeiten für die Daheimgebliebenen.

Rituelles Bad im Ganges

Einer der Gründe  nach Rishikesh zu reisen ist ein Bad im heiligsten Fluss der Welt. Vedanta, ein Mönch aus dem Ashram wird  die Zeremonie mit uns (Klaus aus Dänemark, HP und ich) durchführen. Nach einer halbstündigen Fahrt in die Berge befinden wir uns an der besagten Stelle. Zuerst meditieren wir in einer geschichtsträchtigen Höhle. Nach einigen Erklärungen über diesen Ort gibt er uns Anweisungen wie der Tauchgang vor sich geht. Über seidenweichen Sand spazieren wir  zum Ganges und waten ins Wasser. Als Frau natürlich nur in weissen Kleidern, die Männer dürfen oben ohne rein. Wir stehen hüfthoch im kalten Wasser und tauchen dreimal komplett unter. Das Wasser fühlt sich seidig warm an, doch Klaus verschlägt es regelrecht den Atem. Vedanta betet Mantras und praktiziert dazu Mudras. Genau in diesem Moment passiert auf der anderen Seite des Flusses ein River-Rafting-Boot unsere Szenerie. Gegensätze pur! Die vedischen Schriften besagen, dass ein Bad im Ganges Körper, Geist und Verstand reinigt, klärt und somit auch Karma transformiert. Es ist tatsächlich ein spezieller Moment, wir fühlen uns sehr klar und um einige Gedanken leichter.

Die Yoga-Stadt Rishikesh

Namaste

Die Fahrt im Bus von Delhi bis Haridwar und dann mit der Rikscha nach Rishikesh dauert insgesamt ca. 7 Stunden und strengt vorallem mich sehr an. Im Bus ist noch ein anderer Europäer nämlich Klaus aus Dänemark. Wie sich im Nachhinein herausstellt ein wahrer Glücksfall für uns. Wir teilen uns die Rikscha, diese bringt uns nach längerem Suchen vor die Türe des von ihm gebuchten Guesthouses. Müde und hungrig von der Reise sind wir überglücklich, als es auch für uns noch ein Zimmer gibt. Unsere grösste Sorge gilt dem Essen, da wir von allen Seiten darauf aufmerksam gemacht werden, nicht von der Strasse aber auch nicht in einem Restaurant zu essen. Die letzten 3 Tage haben wir uns von Crackers, Chips, Nüssen und Bananen ernährt. Vermutlich sieht man uns das an, denn kurze Zeit später werden wir gefragt, ob wir mit den anderen Gästen mitessen wollen. Diese Ayurvedische Mahlzeit geniessen wir bis auf den letzten Bissen. Während des Essens wird uns bewusst, dass wir wieder in einem Ashram gelandet sind, nur diesmal viel kleiner, ruhiger und mit einem Zimmerkomfort à la Suisse. Bei Tageslicht erkennen wir, dass unser Quartier in erhöhter Lage, in einem ziemlich neuen Appartement mit Blick auf den Ganges steht. Dieser Ashram wird von einer spanischen Stiftung unterhalten. Im Moment ist der Guru, ein Mönch, 3 Mönchinnen und zwei Anwärterinnen (alles SpanierInnen) vor Ort. Das Morgenprogramm bestehend aus Medidation/Mantras/Satsang (5.30h bis 7.00h) und anschliessendem Yoga (8.00h bis 9.30h) besuchen wir bis anhin ziemlich regelmässig. Für uns drei (Klaus, HP, ich) gibt es immer wieder lustige Situationen, wenn es uns unmöglich erscheint, diese „Verrenkungen“  nachzuahmen. Hier wird das Hatha- und das Vyayam-Yoga praktiziert. Danach geniessen wir das herzhafte Frühstück bestehend aus frischen Früchten, Porridge (Haberflocken-Brei), Müesli und Toast.

Das Ganga Vatika Boutique Guesthouse befindet sich im privilegierten Teil von Rishikesh! Man hat von hier aus einen einzigartigen und spektakulären Blick auf den Himalaya und dem heiligen Fluss Ganges.

Hier noch ein paar Details zu Rishikesh:

Rishikesh (Hindi: ऋषिकेश, Ṛṣikeś; von Sanskrit rishi = Weiser, Seher) ist eine Stadt im Norden des Bundesstaates Uttarakhand. Sie hat ungefähr 60.000 Einwohner und liegt in einer Höhe von 356 m. Von Delhi ist sie 225 km, von der bedeutsamen Pilgerstadt Haridwar 24 km entfernt.

Rishikesh ist Ausgangspunkt für Pilger zu den heiligen Orten im Garhwal-Gebirge: Badrinath, Kedarnath, Yamunotri, Gangotri und Gaumukh, der Quelle des Ganges.

Das am Fuße des Himalaya gelegene Rishikesh ist eine bekannte Pilgerstadt. Durch Rishikesh fließt der Ganges, der hier nicht nur durch mythologische Bedeutsamkeit als ‚heiliger Fluss‘, sondern auch durch klares Wasser und landschaftliche Schönheit besticht. Der Ganges verlässt hier den Himalaya, um durch die Ebenen Nordindiens bis zum Golf von Bengalen zu fließen.

In Rishikesh gibt es eine Vielzahl an Tempeln und Ashrams, sowohl historische als auch in neuerer Zeit erbaute. Die Stadt zieht jährlich Tausende von Pilgern und Touristen an, sowohl aus Indien als auch aus westlichen Ländern. Sie beherbergt etliche Yoga-Zentren, die teilweise auf eine lange Tradition zurückblicken. Rishikesh hat daher den Ruf, die „Yoga-Hauptstadt“ der Welt zu sein. Hindus glauben, dass eine Meditation in Rishikesh, ebenso wie ein Bad im heiligen Fluss Ganges, näher zur Erlösung (Moksha) führt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Triveni Ghat und der Bharat Mandir, der älteste Tempel der Stadt. Während der 1960er Jahre besuchten die Beatles und mehrere andere Musiker wie Mike Love von den Beach Boys und Donovan den Ort, um zu meditieren.

Abschied vom Ashram und Ankunft in Neu Delhi

Liebe Freunde in der Schweiz

Nach einer längeren “Schaffens”-Pause melden wir uns wieder zurück. Unsere Reise führte uns nochmals 4 Tage nach Varkala wo wir unsere Weiterreise planten und mit viel Wehmut die letzten 8 Wochen Revue passieren liessen.  Hanspeter kam noch in den Genuss zweier Bamboo-Flöten-Stunden bei Veny einem der renommiertesten Flötenhersteller ganz Indiens. Gedanklich nahmen wir schon mal Abschied von Amma und dem Ashram-Leben. Wir spürten, dass es Zeit ist unsere Reise fortzuführen. Zurück im Ashram buchten wir den nächstmöglichen Flug nach Delhi, dies war dann bereits zwei Tage später. Es blieb uns nicht mehr viel Zeit uns von allem “überflüssigem” wie Kleider, Putzmittel ect. zu trennen und uns von den liebgewonnenen  Langzeitbesucher und Dauerbewohner zu verabschieden. Glück und Traurigkeit wechselten sich ab als wir unseren letzten Darshan (Umarmung) von Amma bekamen.  Ich glaube wir wussten in diesem Augenblick beide, dass es nicht das letzte Wiedersehen mit Amma sein wird.

Nach 3.5 Stunden Flugzeit sind wir am Sonntag um 23.00h im beeindruckend grosszügig gebauten und unglaublich sauberen Flughafen Delhi gelandet. Trotz des verspäteten Abflugs in Cochin genossen wir jede Minute, hatten wir doch seit zwei Monaten erstmals wieder einen klimatisierten Raum betreten. Ein Taxi brachte uns um Mitternacht in unser Hotel. Die wussten nichts von einem E-Mail, ihren Zimmerpreis nahmen wir mit einem verwunderten Blick zur Kenntnis. Ach was solls, wir waren müde und wollten schlafen. Heute morgen versuchten wir während Stunden zwei Zugticket nach Rishikesh zu buchen. Gestern trafen wir noch eine Deutsche, welche uns die Informationen dazu lieferte. Es ist ein ausgeklügeltes System mit verschiedenen Kategorien und Wartelisten. Schlussendlich scheiterte es dann am Secure-Code meiner Mastercard. Bis ich diesen wieder reaktiviert hatte war die Buchung nicht mehr gültig. So machten wir uns auf und wollten die Tickets persönlich an einem Bahnhof kaufen. Beim “Aus-Checken” erkundigte sich der Hotelmanager über unsere Pläne. Er bot uns an, die Tickets mit seinem Lap-Top zu bestellen. Da es in den nächsten Tagen keine wirklich verfügbaren Plätze gab, empfahl er uns mit dem Bus dorthin zu reisen. Endlich waren wir im Besitz zweier Bustickets nach Haridwar, nach Rishikesh sind es dann nur noch ein paar Indien-Kilometer.  Wir erklärten ihm, dass wir  uns auf die Suche des Abfahrt-Busbahnhofes machen und in dessen Nähe ein Zimmer mieten wollen. Er überlegte kurz, dann bot er uns an, dafür zu sorgen, dass wir morgen rechtzeitig an diesem betreffenden Busbahnhof sein werden. Das heisst, er wird uns kostenlos dahin bringen. Gegenleistung, wir bleiben noch eine Nacht in seinem Hotel. Wer sich schon mal in Delhi aufgehalten hat wird verstehen, dass wir dieses Angebot nicht ausschlagen konnten. Also haben wir wieder in das inzwischen gereinigte grosse Dreibett-Zimmer eingecheckt.

Inzwischen war es bereits halb zwei und wir machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Von unserem Hotel zur neu erstellten Metrobahn waren es ca. 10 Minuten zu Fuss. Wir nahmen allen unseren Mut zusammen um die breite Strasse voll von lärmenden Menschen und hupenden “Fahrzeugen” zu überqueren. Mitten auf der Strasse schenkte uns ein Polizist Bananen welcher ihm ein Buschauffeur aus dem Fenster zuwarf. Für einen Moment stand der Bus still und blockierte somit den gesamten Verkehr. Für uns die Gelegenheit auf die andere Seite zu kommen. Von dieser lärmenden, stinkenden und pulsierenden Atmosphäre fanden wir uns wieder in einer klimatisierten, grossräumigen und sogar für unsere Verhältnisse sehr sauberen Metrostation. Da wir fast die einzigen Gäste waren, beobachteten uns eine Anzahl Sicherheitsleute.  Wie am Flughafen wurden wir wie auch unser Gepäck gescannt. Voller Freude übergab man uns einen Metroplan und wies uns den Weg. Wir waren tief beeindruckt und brachten den Mund fast nicht mehr zu als wir in dieser Hochgeschwindigkeits-Metro sassen. Mit 105 kmh fuhren wir mehrheitlich oberirdisch Richtung Innenstadt. Beim Verlassen der Metrostation wurde uns  der Gegensatz von Arm und Reich jedoch wieder krass vor Augen geführt. Den bettelnden Kinderaugen zu wiederstehen war nicht einfach. Dankbar und mit leuchtenden Augen nahmen sie Orangen, Münzen oder Noten entgegen. Es  gab einige heikle Situationen zu überstehen. Man möchte allen etwas geben, man kann gar nicht aufhören. Man realisiert, dass viele Menschen vom Kleinkind bis zum Erwachsenen um das Überleben kämpfen. Die Armut zu sehen und hinzunehmen ist glaub die grösste Herausforderung in Indien.

Inzwischen ist es 23.15h, wir sind müde von den vielen Menschen und den Emotionen. Zudem steht uns Morgen eine 5-stündige Busfahrt bevor.  Guet Nacht!

Barbara&Hanspeter

Begegnungen im Ashram

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Hier ein kleiner Überblick auf unsere Ashram-Nachbarn:

Anna (Afghanistan) die nicht fassbare mit einer sehr starken Ausstrahlung , ihre Healings lockern nicht nur die Muskeln sondern alle Innereien und diverse Verbindungs- Kanäle in unserem Körper.

Fritz, aus dem Emmental mit seiner Jogaschule in Thailand…, der mit seiner Dorn-  Methode Barbaras Atlas „einhakte“ wobei er meint das ein Atlas nie aushängen kann. Geholfen hat’s auf  jeden Fall.

Harald, der Typ aus Hamburg der sein Karma abträgt, und schuftet was das Zeug hält. Ist in Hamburg auf dem Flughafen  für das richtige Beladen der Flugzeuge verantwortlich.

Shiwaku, die kleine Amerikanerin mit der Kraft eines Bären, arbeitet im Kings Canyon National Park, begleitet Frauengruppen in die Wildnis zur Selbstfindung und zum Überlebenstraining.

Da ist der Künstler aus Amerika (New York) der mit seinem Notizblock alles für ihn interessante festhällt.

Das 19 jährige Mädchen mit dem Down Syndrom, das mit seiner Mundharmonika schon von weitem zu hören ist. Ihre Melodie beinhaltet immer die gleichen drei Töne, dazu tanzt sie und macht den Clown.

Die schöne Anna Lisa kaum 20 Jahre aus Deutschland. Mit blossen Händen vermischt und zerkleinert sie die angelieferten Essens- und Rüstabfälle in der Kompostieranlage.

Da ist der Mann ca. 40 Jahre, stets ein Handy mit lauter Musik auf sich, lebt schon über 10 Jahre im Ashram. Nach einer gewaltätigen Vergangenheit lebt er nun friedlich hier, hat noch keinen Fuss ausserhalb des Ashrams gesetzt. Einzig, anstehen kennt er nicht.

Ekhat , ein 20-jähriger an Autismus leidender Junge welcher hier mit seiner Mutter lebt und fast nicht zu halten ist, wenn Amma Bajans singt.

Die blutjunge Russin, Name unbekannt; Auf meine Frage wo sie wohnt gab sie mir zur Antwort: in Indien; auf die nächste Frage wo in Indien kam dann die Antwort: überall!

Herzlichen Dank!

 

DSC14569Ich habe mich sehr gefreut über die vielen Glückwünsche zu meinem Geburtstag , Danke!

Mein Geburtstagsessen werde ich nicht so schnell vergessen. Trotz grosser Bemühungen des Kellners verstanden wir nur zum Teil was wir bestellten. Wie es halt in Indien so ist, sparen die nicht mit den scharfen Gewürzen. Ich habe nur wenige Bissen gegessen um dann sofort ein kaltes Getränk nach zu schütten. Ich glaube wir lassen das erst mal mit „Auswärts Essen“. Heute habe ich dann mit grossem Genuss eine knusprige Ashrampizza vom Western-Cafe verdrückt.

Am Morgen haben wir die Nachricht bekommen, dass wir das Zimmer wechseln müssen, da die Eigentümer,  sogenannte „Flatowner“ zurückkehren. Nun sind wir im gleichen Gebäude anstatt im 8. im 5. Stock. Woh, es gibt sogar zwei richtige Betten dafür sonst keine Möbel. Das Laptop haben wir provisorisch auf einem Stuhl installiert. Als Paar hat man logiermässig den Vorteil ein Zimmer für sich zu beanspruchen. Dies sei ihnen zu gönnen, da es die Paare im Ashram eher schwieriger haben als Einzelpersonen. Alle anderen, ausser Familien, teilen sich zu dritt oder viert ein Zimmer, meistens mit Matratzen am Boden. Also wir schätzen uns wirklich glücklich mit diese Luxusvariante.

Im Moment bin ich mit meinen Gedanken bei euch an der Fasnacht und es kommt etwas Wehmut auf. Ich wünsche allen eine unvergessliche närrische Zeit.

Liebe Grüsse Barbara

Vom Wasser (mann) und Geburtstag

wassermann-1Die Luftfeuchtigkeit steigt von Tag zu Tag und es wird immer wärmer. Es ist bereits 35 Grad am Tag. In der Nacht kühlt es auf 24 Grad ab. Vom arabischen Meer her weht immer ein Wind. Dieser bringt aber nicht mehr die Kühlung wie vor einem Monat. Vor paar Tagen zog ein Gewitter auf und es regnete eine gute Stunde wie aus Kübeln. Uns sind am Anfang die grossen Dachrinnen aufgefallen und ich dachte mir, so grosse Rinnen. Sie sind etwa 4x so gross wie in der Schweiz. Jetzt wissen wir, dass es sie braucht um die grosse Menge Regenwasser aufzufangen. Hier im Süden und so nahe am Meer gibt es kein Grundwasser, man ist auf das Regenwasser angewiesen. Dort wo es Grundwasser hat wurde dieses durch das Meerwasser vom Tsunami 2004 völlig versalzen. Es gibt Hunderte 10.000 l Regenwassertanks inkl. Zusatzausrüstung, sodass wieder genügend Wasser zum Trinken und Kochen der Bevölkerung zur Verfügung steht. Sie wurden nach dem Tsunami vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgestellt.

Im Ashram hat es zwei Wasserqualitäten. Da ist das Waschwasser mit dem wir Duschen, Wäsche und Essgeschirr waschen. Das Trinkwasser ist speziell gekennzeichnet. Man muss sehr darauf achten, sonst hat man versehentlich Waschwasser in der Flasche und das wäre nicht gut.

Jetzt freu ich mich sehr darauf mit Barbara auswärts Essen zu gehen!

Happy Birthday Barbara, dass muss doch gebürend gefeiert werden.

Ravihi janmadinam aacharati! Sanskrit (Sprache in Indien)

frei übersetzt…, Vill Glück zum Geburri!

Hanspeter